2. Probewochenende

Fürs zweite Probewochenende zog sich das aktuelle Ensemble zusammen mit der Regie (Fabian Ochsner) und der Souffleuse (Dani Kiser) in den Südschwarzwald zurück. Es war romantisch. Im eingeschneiten Sporthotel „Sonnhalde“, Saig bei Lenzkirch zu proben, hatte etwas von Skilager. Die familiäre Stimmung bot die Basis für den erfolgreichen „Feinschliff“. Bald ist das Stück „Zimmer 12a“ aufführungsbereit.

Das Dörfchen Saig liegt im Südschwarzwald, südlich des Hochfirsts und rund 50 Fahrminuten von Hallau entfernt. Saig soll durch das Kloster Allerheiligen gegründet worden sein. Insofern bestand schonmal eine Verbindung mit dem Heimatkanton Schaffhausen. Die Fahrt dorthin war etwas prekär. Der Schneefall war heftig. Bei der Ankunft im Sporthotel wurde bescheinigt, dass die Anfahrt 20 Minuten später unmöglich gewesen wäre.

 

Der Ausblick war wunderschön. Der Blick auf den Teller genauso. Übers Essen und die kleine Wellnesswelt gibt es nichts negatives zu berichten. Dadurch wurde lediglich die Trägheit nach dem Mittagessen etwas verstärkt; der Probebeginn entsprechend langwieriger.

Das Ensemble versteht sich untereinander sehr gut. Es wurde geschärzt und gelacht. Jede Person wird so akzeptiert, wie sie ist. Dies bietet genau die Basis für ein optimales Zusammenspiel. Am ersten Probetag standen Einzelproben im Fokus. In Kleingruppen wurden einzelne Szenen einstudiert. Details heraus gearbeitet. Es ist nicht immer einfach, ein Stück gemäss dem Drehbuch umzusetzen. Manche Beschreibung birgt Interpretationsspielraum, dass Bestimmtes ausdiskutiert werden muss.

Theater fand nicht nur im Proberaum statt. Eine veritable Unterhaltung bot das ganze Ensemble beim Abendessen. Ein Krimidinner wurde aufgeführt. Zwar ohne ein klassisches Schauspiel – dennoch – bestimmte Bühnendarsteller fühlten sich in ihren Rollen derart wohl, dass es für übrige Gäste des Restaurants unüberhörbar war. Das Ensemble unterhielt beim Abendessen das ganze Restaurant. Das Essen war korpulent. Die Kugelbahn kam als nachfolgende Fitness grad gelegen.

 

Am zweiten Probetag wurden die geprobten Einzelszenen zusammengefügt. Ein Durchlauf folgte. Auch wenn nicht alle Requisiten ins Sporthotel mitgebracht werden konnte; ein Ersatz war schnell gefunden. Das Lavabo oder das Lachsbrötli wurde aus Douplosteinen zusammen gestellt.